Vorsorge
Riester wird schlechtgeredet – für Familien mit Kindern ist er oft ein Geschenk
300 Euro Zulage pro Kind: Warum sich die Rechnung oft lohnt.
Kaum ein Finanzprodukt wird so schlecht geredet wie die Riester-Rente. „Unrentabel", heißt es in Talkshows. Doch das ist bestenfalls die halbe Wahrheit – und für manche Familien schlicht falsch.
Für Familien mit Kindern oft ein Geschenk
Der Staat zahlt auf einen Riester-Vertrag eine Grundzulage von 175 Euro im Jahr. Entscheidend sind aber die Kinderzulagen: 300 Euro pro Kind. Eine Familie mit mehreren Kindern kommt so schnell auf Zulagen, die den eigenen Sparanteil fast vollständig ersetzen.
Ein Beispiel: Bei fünf Kindern sind das 1.500 Euro Zulage im Jahr. Diese Summe wird als Eigenbeitrag angerechnet – die Familie muss oft nur noch eine kleine Differenz selbst aufbringen, um die volle Förderung zu erhalten. Wer gefühlt fast nichts einzahlt, für den ist jede spätere Rente im Verhältnis hoch.
Warum die Kritik trotzdem nicht ganz falsch ist
Das Problem sind nicht die Zulagen, sondern die Kosten mancher Anbieter. Werden 25 bis 30 Prozent der Beiträge für Abschluss und Verwaltung einbehalten, landet nur ein Teil im Sparanteil – und die Rendite leidet. Genau hier trennt sich ein guter Vertrag vom schlechten.
Zwei Dinge, die Sie wissen müssen
Erstens: Die Zulage muss beantragt werden. Wer den Dauerzulagenantrag nicht stellt, bekommt nichts – und wundert sich nach Jahren, dass im Vertrag wenig steckt. Zweitens: Auch Gutverdiener profitieren, weil sie ihre Beiträge steuerlich geltend machen und einen Teil direkt zurückerhalten.
Wie so oft gilt: Es kommt auf Ihre Lebenssituation an. Riester ist kein Produkt für jeden – aber für die richtige Zielgruppe eine der stärksten Förderungen, die es gibt. Man muss sie nur richtig rechnen.